
Tee & Kekse.
Und irgendwann auch mal bauen.
NH13 – eine chronologische Persiflage auf 2024/25
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Zum Kontext: Statt der Generalversammlung 2025 einen Jahresrückblick über das konsequente Ausbleiben von Ergebnissen und Fortschritten zu präsentieren – was psychisch kaum auszuhalten gewesen wäre – entschied sich die Projektgruppe NH13 für einen persiflierenden Rückblick auf das vergangene Jahr in sieben Kapiteln.
Kapitel 1: Ein Meilenstein
Beharrlich, unbequem, pressewirksam und mit extra schwierig-sein haben wir die Erbbaurechtsvergabe durchgesetzt und mit Tee und Keksen drei Tage und Nächte durchgefeiert.
Kapitel 2: Vertragsverhandlungen römisch I.
Zwei städtische Gesellschaften, ein Vertrag… Das ist der Punkt, an dem Realität und Satire nicht mehr zu unterscheiden sind. Zwei städtische Gesellschaften streiten still, aber effizient über die vertragliche Regelung. Ergebnis: keine Einigung, kein Vertrag, keine Anhandgabe. Aber dafür jede Menge Protokolle mit „offen“, „noch zu klären“ und „auf Wiedervorlage“ Vermerken.
Kapitel 3: Wünsch dir was…
Auf ausdrücklichen Wunsch der Behörde haben wir in einem aufwendigen Assessment Verfahren Projektsteuerer gesucht, geprüft und ausgewählt. Dienstbereit. Erfahren. Motiviert. Endlich! Endlich kann alles werden wie bisher – jetzt mit Projektsteuerer.
Kapitel 4: Geld und Moral
Um die Projektsteuerer bezahlen zu können, haben wir unser Erspartes zusammengelegt. Sogenanntes Risikokapital. Und wir haben in Haltung investiert, eine sichere Anlage mit Rendite – ethisch korrekt, selbstverständlich. Das heißt: Keine Rüstung. Keine Atomkraft. Keine CO₂-Schleudern, Fracking-Abenteuer oder Ölpalmen-Plantagen. Stattdessen: Nachhaltigkeit und Klimaschutz – und Tee und Kekse.
Kapitel 5: Der große Bau Jourfixe
Das erste Treffen! Der Bau Jourfixe – das klingt nach Fortschritt, Entscheidung, Strategie.
Tatsächlich war es aber: Vorstellungsrunde, Leistungsschau, wer man ist, was man macht und was man noch so im Leben vor hat – seitens der Behörde und seitens der Projektsteuerer. In schönem Rahmen hat man sich gegenseitig die berufliche Existenz erklärt bei Tee und Keksen.
Kapitel 6: Wir müssen reden…
Die zwei städtischen Gesellschaften – wir erinnern uns, Kapitel 2 – reden noch. Oder reden gerade nicht. Oder denken übers Reden nach. Wir warten. Inzwischen prüfen wir, ob wir mit Sonnenblumenfeldern auf dem Grundstück eine Zwischenfinanzierung erzielen können.
Kapitel 7: Der Dobermann-Diskurs
Im Rahmen unseres ganzheitlichen Planungsansatzes haben wir auch große Themen gestreift. ‚Groß‘ ist zum Beispiel die Frage, ob ein Dobermann im Wohnprojekt zulässig oder eher schwierig ist. Fleischgewordene Meinungsdifferenz mit treuem Blick. 40 kg Hund mit Charakter sind ungeklärt in den Themenspeicher gerutscht.
Epilog
Wir sind offiziell im „fortgeschrittenen Vor-Baubereich“. Das ist wie „fast schwanger“ oder „quasi fertig“ – nur mit mehr Aktenordnern.
Eines steht fest, Irgendwann werden wir bauen.
Die Senatorin hat uns nicht vergessen. Sie verspricht neue Wege für bezahlbares Bauen und schnellere Verfahren. Bei Letzterem erinnern wir vielleicht noch mal freundlich – mit einer E-Mail, einem Antrag, einer Petition, einem Presseartikel. Bis dahin? Trinken wir Tee. Essen Kekse. Und denken groß.